Angst vorm Zahnarztbesuch – das ist dagegen zu tun

Die Angst vor der Zahnbehandlung ist in Deutschland weit verbreitet und betrifft Millionen Bundesbürger. Doch Betroffene können in einen Teufelskreis geraten, wenn sie sich nicht zum Zahnarzt begeben.

Der oftmals verwendete Begriff „Zahnarztangst“ ist nicht ganz korrekt. Denn es handelt sich in aller Regel nicht um eine Angst vorm Zahnarzt, sondern eine Angst vor der Zahnbehandlung. Die Ausprägungen können höchst unterschiedlich sein: vom leicht mulmigen Gefühl bis hin zur „Totalverweigerung“.

Die Auslöser einer solchen Phobie sind oftmals negative, schmerzhafte Erfahrungen bei einem Zahnarztbesuch oder auch übermittelte „Horrorgeschichten“ von anderen Zahnarztpatienten. Ganz neutral betrachtet, ist ein gewisses skeptisches Gefühl beim Zahnarztbesuch nachvollziehbar. Denn die Mundhöhle ist ein intimer Bereich, zudem fühlen sich viele beim Liegen auf dem Zahnarztstuhl ein Stück weit „ausgeliefert“ und das typische Bohrgeräusch wird gemeinhin auch nicht als angenehm empfunden.

Doch selbst wer eine sehr ordentliche und sorgfältige Zahnhygiene betreibt, kommt um den Zahnarztbesuch nicht umhin. Denn nur dort können mögliche Zahnerkrankungen frühzeitig erkannt und Schwachstellen in der Hygiene aufgezeigt werden. Wer hingegen aus Angst diesen Besuch immer weiter hinauszögert, begibt sich in einen Teufelskreis. Denn der Zustand der Zähne verschlechtert sich und je mehr Defekte auftreten, desto aufwändig werden die entsprechenden anschließenden Zahnbehandlungen.

Was können Betroffene tun?
Für Betroffene ist es wichtig, sich zunächst einen Zahnarzt zu suchen, der sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert hat. Diese haben genügend Erfahrung mit den Sorgen der Angstpatienten umzugehen. Diese Patienten sollten auch offen darüber mit ihrem Zahnarzt reden. Denn nur so kann er sich entsprechend darauf einstellen. Erfahrene Zahnärzte für Angstpatienten haben genügend Einfühlungsvermögen, um auch in schweren Fällen die Behandlung möglich zu machen. „Eine offene, ausführliche Kommunikation auch während der Behandlung ist ein wichtiger Schritt in der Behandlung von Angstpatienten“, erklärt Kristina Varga, Zahnärztin aus Hanau, die sich auch Patienten mit Angst vor der Zahnbehandlung widmet. „Jeder einzelne und möglicherweise noch so kleine Behandlungsschritt wird ausführlich im Vorfeld erläutert.“ Das schafft Vertrauen und Patienten wissen, was auf Sie zukommt.

Ebenso besteht durch die Gabe von Betäubungsmitteln oder entsprechenden Alternativen die Möglichkeit, dass die Angstpatienten die Behandlung gar nicht bewusst wahrnehmen. Dies kann gerade bei schwerwiegenderen Fällen von Zahnarztangst ein probates Mittel sein.

Zudem sind es bei Angstpatienten auch die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen. Wer beispielsweise durch das jahrelange Auslassen von Zahnarztbesuchen ein mittlerer oder größerer Sanierungsfall geworden ist, bei dem werden die Behandlungen auf viele, aber dafür verhältnismäßig kurze Behandlungstermine gelegt, so dass die emotionale Belastung nicht zu hoch wird.