Bei Zahnzusatzversicherungen aufs Kleingedruckte achten!

Die Stiftung Warentest hat 234 Zahnzusatz-Tarife unter die Lupe genommen, mit „sehr gut“ wurden 76 bewertet. Die Bedingungen unterscheiden sich indes teilweise stark.

Ein wichtiger Hinweis gleich zu Beginn: Eine Zahnzusatzversicherung sollte man nach Möglichkeit abschließen, wenn noch kein Behandlungsbedarf vorliegt. Denn wenn der erst einmal in den Akten steht, gilt der Versicherungsschutz dafür nicht. Zudem beinhalten viele Tarife eine Wartezeit nach dem Abschluss, in der keine oder nur eingeschränkte Leistungen fließen. Bei Zahnzusatzversicherungen sollte man also nach der Devise „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ handeln.

Tut man das, steht man vor einem riesigen Tarifangebot. Allein der aktuelle Zahnzusatzpolicen-Test der Stiftung Warentest umfasst 234 Produkte („Finanztest“-Ausgabe Mai 2019). Immerhin erhielten 76 von ihnen die Bestnote, eine ordentliche Quote. Preislich liegen mitunter Welten zwischen den Angeboten. Während manche „sehr gute“ Police bereits für elf Euro Monatsprämie zu haben ist, kosten andere das Sechsfache. Ebenso groß sind die Unterschiede in den Versicherungsbedingungen, worauf auch die Stiftung-Warentest-Autoren hinweisen. Das zeigt sich am Beispiel der Kostenübernahme für Implantate.

Kaum Bedingungen ohne das „Implantat“-Zauberwort
„Implantate sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, dennoch stellen die Kosten für viele Patienten eine Herausforderung dar. Eine entsprechende Zusatzversicherung kann hier für merkliche Entlastung sorgen, wenn sie auch wirklich leistungsstark ist“, sagt die Hanauer Zahnärztin Kristina Varga. Damit spricht die erfahrene Implantologin auf ein Problem bei der Auswahl des richtigen Tarifs an: Wo Implantate draufsteht, muss nicht unbedingt auch eine nennenswerte Kostenübernahme für Implantatbehandlungen drin sein.

Wegen der wachsenden Beliebtheit von Zahnimplantaten verzichtet heute kaum noch ein Zahnzusatzversicherer darauf, in seinen Bedingungen auch mal das „Implantat“-Zauberwort anzubringen. Dahinter steht aber nicht immer eine Deckung, die diesen Namen auch verdient. So ziehen einige Versicherer sehr enge Erstattungsgrenzen oder beschränken die zuschussfähigen Implantationen auf eine oder zwei pro Jahr. Besonders tückisch: Wenn vor dem Einsetzen des Implantats ein Knochenaufbau, eine sogenannte Augmentation, erfolgen muss, schließen manche Bedingungswerke eine Kostenerstattung komplett aus. „Dabei ist es keineswegs eine seltene Ausnahme, dass eine Augmentation vorgenommen wird, um für eine langfristig sichere Verankerung des Implantats zu sorgen“, erklärt Implantologin Varga.

Solche Leistungseinschränkungen finden sich allerdings nur im Kleingedruckten, nicht in den Produkthighlight-Blättern. Genau hinzuschauen lohnt sich also.