Diabetes und Parodontitis – eine unselige Wechselwirkung

Die Deutsche Diabetes-Hilfe weist auf den Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis hin und richtet einen Appell an alle Diabetiker.

Beide Erkrankungen beginnen schleichend und machen sich häufig über Jahre nicht bemerkbar. Beide betreffen viele Millionen Menschen in Deutschland. Und beide können langfristig böse Folgen haben. Diabetes mellitus und Parodontitis treten oftmals auch in Kombination auf – und verstärken sich gegenseitig.

Konkret bedeutet das: Die anhaltende Entzündung im Mundraum wirkt sich ungünstig auf den Stoffwechsel aus und erhöht damit das Diabetesrisiko. Ein hoher Blutzuckerspiegel wiederum macht den Zahnhalteapparat anfälliger für bakterielle Eindringlinge und Entzündungen, zugleich sind Wundheilung und Durchblutung oft gestört. Auf diese Wechselwirkung hat die Deutsche Diabetes-Hilfe kürzlich hingewiesen. Die Organisation appelliert an alle Diabetiker, die Zahngesundheit und insbesondere die Parodontitis-Prophylaxe großzuschreiben, um dem Diabetes nicht noch Vorschub zu leisten.

Was sich zur Parodontitis-Prophylaxe tun lässt, bringt die in Hanau praktizierende Zahnärztin Kristin Varga auf den Punkt: „Vor allem die Mundhygiene ist entscheidend, aber auch der Verzicht aufs Rauchen, eine zahngesunde Ernährung inklusive allenfalls sehr maßvollen Alkoholkonsums und natürlich regelmäßige Kontrolluntersuchungen wirken der Parodontitis entgegen. Zudem empfiehlt sich halbjährlich eine professionelle Zahnreinigung, um hartnäckige Beläge und damit potenzielle Bakterienherde zu beseitigen.“

Koreanische Studie belegt vorbeugende Wirkung der Mundhygiene
Dass sich mit guter Mundhygiene das Diabetes-Risiko senken lässt, ist ein Fazit einer aktuellen südkoreanischen Studie. Von 188.000 Teilnehmern, deren Daten zur Verfügung standen, entwickelten über 31.000 innerhalb des zehnjährigen Beobachtungszeitraums einen Diabetes.

Das Diabetesrisiko war aber bei den Teilnehmern um acht Prozent geringer, die sich häufig (mindestens dreimal täglich) die Zähne putzten. Noch mehr zahlte sich solche Zahnhygiene bei unter 51-Jährigen aus: Ihr Diabetesrisiko sank statistisch um 14 Prozent, bei zweimaligem täglichem Zähneputzen um zehn Prozent. Ebenfalls interessant: Das Zähneputzen zeigte bei Frauen mit 15 Prozent einen deutlich stärkeren präventiven Effekt als bei Männern (fünf Prozent). Beide Geschlechter jedoch sollten das Wechselwirkungs-Risiko zwischen Diabetes und Parodontitis erst nehmen und vorbeugend handeln.