Fehlbildungen des Zahnschmelzes: Amelogenesis imperfecta

Ist der Zahnschmelz in seiner Menge oder Qualität beeinträchtigt, spricht man in der Zahnmedizin von der erblich bedingten Amelogenesis imperfecta. Womit bei Kindern wie Erwachsenen dennoch für schöne Zähne gesorgt werden kann.

Zu wenig Zahnschmelz und/oder gelbliche bis grau-braune Verfärbungen der Zähne, das sind nämlich zwei der vielen möglichen Symptome der Amelogenesis imperfecta, sind für Betroffene nicht nur ein ästhetisches Problem. Denn bei dieser Erbkrankheit, die sowohl bei Kindern wie Erwachsenen auftreten kann, ergeben sich auch medizinische Schwierigkeiten. So kann es zum Verlust an vertikaler Kieferrelation, also der Bisshöhe, kommen. Die Bisshöhe ist ein vertikaler Abstand zwischen Oberkiefer und Unterkiefer im Schlussbiss. Es steigt das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Die Zähne sind zudem temperaturempfindlich und die Schmelzoberfläche kann schnell splittern. In Kombination mit dieser Erkrankung treten weitere Störungen auf. Dazu zählen beispielsweise Durchbruchstörungen der Zähne. Das heißt die Milchzähne oder die bleibenden Zähne kommen nicht an der dafür vorgesehenen Stelle aus dem Kiefer oder gar nicht. Die Liste der damit einhergehenden Störungen lässt sich fast noch beliebig ergänzen.

Frühzeitige therapeutische Intervention
Aufgrund der vielfältigen Auswirkungen dieser Erkrankung ist ein frühzeitiges Gegensteuern wichtig. Im Milchgebiss können mit Kunststofffüllungen und Kronen die Zähne bis zum physiologischen Ausfall erhalten bleiben. Dies ermöglicht dem Kind eine reibungslose Nahrungsaufnahme und Sprachentwicklung. Die gleichen Versorgungsmöglichkeiten, also Kunststofffüllungen und verschiedene Kronenarten, stehen auch Erwachsenen zur Verfügung.

„Wie bei Kindern sollte auch bei Erwachsenen bereits vor dem Auftreten der mit der Erkrankung zusammenhängenden Schäden und Beschwerden therapiert werden, um die Einschränkungen zu beseitigen und die volle Funktionsfähigkeit des Gebisses zu gewährleisten“, erläutert die Zahnärztin und Expertin für ästhetische Zahnheilkunde Kristina Varga aus Hanau. „Der sich schnell abnutzende, verfärbte und weiche Zahnschmelz ist für Betroffene auch eine starke psychische Belastung, weil das äußere Erscheinungsbild deutlich eingeschränkt ist“, so Varga. Unschöne Zähne können sogar in die soziale Isolation führen, weil sich die Menschen dann immer mehr zurück zu ziehen.

„Aus Scham“ nicht zum Zahnarzt zu gehen ist aber wie bei der sogenannten Zahnarztangst genau der falsche Weg. Denn je länger die Behandlung und Beseitigung der Beschwerden aufgeschoben werden, desto mehr schreitet die Erkrankung voran und der dann notwendige zahnmedizinische Aufwand steigt.