Gute Zahnpflege = geringeres Schlaganfall-Risiko

Eine US-amerikanische Studie belegt: Das Risiko eines Schlaganfalls sinkt bei regelmäßiger professioneller Zahnreinigung und entsprechend schwächerer Parodontitis um die Hälfte.

Wer hin und wieder medizinische Nachrichten zur Notiz nimmt, weiß um die vielfach belegten Wechselwirkungen zwischen Entzündungsprozessen im Mundraum und dem restlichen Organismus. Auch an dieser Stelle wurde mehrfach über Risiken berichtet, die sich insbesondere aus einer dauerhaften Parodontitis ergeben können. Die im Mundraum angesiedelten Keime schaffen es in der Regel auf kurz oder lang, die Schranken zum Blutkreislauf zu überwinden.

„Auffällige Korrelationen konnten vor allem zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Leiden nachgewiesen werden. So erhöht die Entzündung beispielsweise das Risiko für Bluthochdruck. Aber auch das Krebsrisiko steigt“, erläutert die in Hanau ansässige Zahnärztin Kristina Varga.

Einen weiteren Erkenntnisbaustein liefern nun US-Forscher mit einer Studie, für die 6.736 Probanden – die allesamt noch keinen Schlaganfall erlitten hatten – über 15 Jahre beobachtet wurden. Lag eine Parodontitis vor, wurde sie einem von sieben Schwergraden zugeordnet. Wie sich zeigte, traten im Untersuchungszeitraum bei den Patienten mit schwerer Parodontitis signifikant häufiger Schlaganfälle auf. Die Probanden dagegen, die regelmäßige professionelle Zahnreinigungen in Anspruch nahmen und ihre Parodontitis damit in Schach hielten, hatten ein um rund 50 Prozent geringeres Risiko.

Parodontitis ist keine Petitesse
Auch wenn sie scheinbar kaum Ärger bzw. Schmerzen verursacht: Eine Parodontitis ist keine bloß lästige Angelegenheit. Sie schreitet über die Jahre immer weiter fort und gefährdet schließlich den betroffenen Zahn insgesamt. Hinzu kommen die unablässig vom Zahnfleisch an den Organismus abgegebenen Bakterien, die verschiedenste Folgeerkrankungen bewirken können.

Wichtig zur Einordnung der neuen Forschungsergebnisse: Wer gar nicht unter Parodontitis oder nur unter einer leichten Form leidet, hat damit nicht automatisch ein geringes Schlaganfall-Risiko. Für dieses sind andere Faktoren entscheidender: Bluthochdruck etwa – der ja wiederum ebenfalls durch Parodontitis befördert werden kann; Rauchen und Alkoholkonsum; ein hoher Cholesterinspiegel; Diabetes mellitus; ein hohes Alter und schließlich das Geschlecht, denn Männer haben ein höheres Risiko.

Dessen ungeachtet zeigt die US-Studie aber einmal mehr, wie wichtig die Parodontitis-Vorsorge und -Behandlung ist. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sollten daher für jeden erwachsenen Patienten selbstverständlich sein.