Hauptursache für ausfallende Zähne: Parodontitis

Eine Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) ist tückisch, weil sie nicht sofort ersichtlich ist. Zu spät erkannt, können die Folgen jedoch dramatisch sein. Wie Patienten am besten vorbeugen können.

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie ist nach Karies die zweithäufigste Erkrankung der Mundhöhle und die Hauptursache für ausfallende Zähne. Der Zahnhalteapparate besteht aus mehreren Strukturen, die nicht direkt zum Zahn gehören und diesen im Kieferknochen fixieren. Die Ursachen für eine Parodontitis-Erkrankung können vielfältig sein. So spielen beispielsweise die Ernährung, die Mundhygiene, aber auch das Immunsystem eine Rolle. Wissenschaftlich nachgewiesen ist auch eine Wechselwirkung zwischen Diabetes und Parodontitis. Das Risiko als Diabetiker an Parodontitis zu erkranken ist viermal höher als bei gesunden Menschen. Ausgangspunkt einer Parodontitis sind Bakterien, diese befinden sich in geringer Anzahl im Mund und richten so keinen Schaden an. Dies entsteht erst, wenn eine Vermehrung dieser Bakterien stattfindet. Dann schädigen sie Zähne und Zahnfleisch.

Kohlenhydrate Ernährungsgrundlage für Bakterien

Findet keine ausreichende Mundhygiene statt, dazu zählt auch die besonders wichtige Reinigung der Zahnzwischenräume oder eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung, können sich die Bakterien gut vermehren. Sie ernähren sich von Kohlenhydraten, zu denen auch der Zucker gehört. Die Folge der Bakterienvermehrung ist Plaque, ein klebriger Film, der auf Zahn und Zahnfleisch lagert. Wird diese Plaque nicht entfernt, bildet sich Zahnstein. Dieser verfärbt die Zähne gelblich und lässt sich mit der Zahnbürste nicht mehr entfernen. Unter diesem Zahnstein findet eine ungehinderte Vermehrung der Bakterien statt. Bei den Zähnen führen das zu Karies, beim Zahnfleisch zur Gingivitis, also Zahnfleischentzündung. Wenn diese Zahnfleischentzündung auf den Zahnhalteapparat übergreift, bilden sich Zahnfleischtaschen. Schafft das körpereigene Immunsystem es nicht, den Bakterien Einhalt zu gebieten, erreicht die Entzündung irgendwann den Kieferknochen. Die Zähne werden locker und fallen im Endstadium sogar aus.

Warnhinweise: Zahnfleischbluten und freiliegende Zahnhälse

Eine Parodontitis entsteht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess über Monate. Dass dennoch so viele Menschen daran erkranken, hat auch damit zu tun, dass diese Erkrankung oft lange unentdeckt bleibt. Ein erster Warnhinweis kann eine Zahnfleischentzündung, die sich unter anderem mit häufigem Zahnfleischbluten äußert, sein. Eine solche Zahnfleischentzündung kann bereits mit einer professionellen Zahnreinigung beseitigt werden. Schwerwiegender ist der Fall schon, wenn der Patient das Gefühl hat, dass die Zähne „gewachsen sind“, also mehr vom Zahnschmelz zu sehen ist. In diesem Fall hat sich das Zahnfleisch schon zurückgebildet und es müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. Eine ausreichende Zahnpflege ist ein Muss und das A und O der Vorsorge gegen Parodontitis und andere Erkrankungen. Doch dies allein reicht nicht. Regelmäßige Zahnarztbesuche müssen ebenso sein. „Mit speziellen Gerätschaften wie beispielsweise Sonden zur Messung der Tiefe der Zahnfleischtaschen können nur Zahnärzte eine Parodontitis frühzeitig erkennen“, erklärt Kristina Dzeko Varga, Ihr Zahnarzt Hanau. Wie bei jeder Erkrankung gilt auch bei Parodontitis, je früher erkannt, desto besser die Heilungschancen. Auch wenn Patienten keine Beschwerden haben sollte, sollte die zahnärztliche Untersuchung auf Parodontitis nicht fehlen. Dies gilt erst Recht und besonders, wenn Patienten bereits selbst erste mögliche Anzeichen wie häufigeres Zahnfleischbluten bemerkt haben.