Implantate brauchen richtige Nachsorge

Ein Implantat leistet in der Regel für lange Jahre hervorragende Dienste – wenn es gepflegt wird. Dazu gehören neben gründlicher heimischer Mundhygiene auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Der Begriff „Nachsorge“ weckt vielleicht bei manchen Patienten falsche Vorstellungen; ein Implantat braucht nicht die Art von Nachsorge, wie sie beispielsweise bei einem Herzschrittmacher vonnöten ist. Doch ärztliche Kontrolluntersuchungen, wie sie zumeist mit Nachsorge assoziiert werden, sind auch nach einer Implantation von großer Bedeutung. Im Unterschied zur Herzmedizin muss man dafür aber im zahnmedizinischen Bereich keine Extratermine wahrnehmen, da regelmäßige Vorsorge-Checks beim Zahnarzt ohnehin Standard sind.

„Im implantologischen Kontext fasst man mit ‚Nachsorge‘ im Wesentlichen die Zahnpflege zu Hause und die Kontrolltermine beim Implantologen zusammen“, erläutert die Hanauer Zahnärztin Kristina Varga, die seit vielen Jahren Implantate setzt. „Beides zielt vor allem auf die Vermeidung von Entzündungen ab, die das Implantat gefährden können.“ Konkret stehen Mukositis und Periimplantitis im Fokus, Entzündungen des das Implantat umgebenden Gewebes („Implantatbett“). Wenn Patienten ein Implantat einbüßen, geht das meist darauf zurück.

Pflegeaufwand häufig unterschätzt


„Nicht wenige Patienten sind überrascht, wenn sie erfahren, wie wichtig die regelmäßige Reinigung der Implantatumgebung ist – schließlich kann Zahnersatz nicht erkranken und das Implantat ist im Kiefer ‚eingeschlossen‘. Doch man kann gar nicht genug betonen, dass ein Implantat nicht weniger Pflege benötigt als ein natürlicher Zahn“, berichtet Zahnärztin Varga. Über das Zähneputzen hinaus sollten auch die Zahnzwischenräume gebührende Aufmerksamkeit erfahren, die sich mit Floss oder speziellen Zwischenraumbürsten reinigen lassen. Und die Prophylaxebehandlungen beim Zahnarzt sind für Implantate ebenso sinnvoll wie für eigene Zähne.

Neben der Nachsorge bestimmt auch die gründliche Vorbereitung einer Implantation darüber, wie lange der Patient an der neuen „künstlichen Zahnwurzel“ Freude hat. Zentral ist in diesem Zusammenhang die Entzündungsfreiheit im Mund, die gegebenenfalls mit einer Gebisssanierung erreicht wird. Zudem muss das Material gut auf das Gewebe abgestimmt und das Implantat optimal positioniert sein. Zusammen mit einer gründlichen Nachsorge bürgen diese Faktoren für jahrzehntelange Haltbarkeit eines Implantats.