Lebenslange Mundgesundheit keine Illusion mehr

Die Fortschritte in der präventiven Zahnheilkunde schreiten kontinuierlich voran. Maßgeblich dafür sind die modernen Methoden im Bereich der Prophylaxe.

Bereits in den frühen 70er Jahren haben die schwedischen Wissenschaftler Per Axelsson und Jan Lindhe damit begonnen anhand von Studien die Bedeutsamkeit präventiver Zahnheilkunde zu untermauern. Im Zusammenspiel von häuslicher und professioneller Mundhygiene ist eine lebenslange Mundgesundheit ein greifbares Ziel. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei der professionellen Zahnreinigung (PZR) in der Praxis zu. Hier kommt es besonders darauf an, dass die Prophylaxe als organisierte Teamarbeit einer ständigen Qualitäts- und Erfolgskontrolle unterzogen ist. Prämisse bleibt die Kontrolle der krankmachenden Bakterien. Alle Faktoren, die zu einer Entwicklung einer Erkrankung führen können, müssen beseitigt werden. Dazu zählen in erster Linie die supra- und subgingivalen weichen Ablagerungen. Gleiches gilt für die harten Ablagerungen wie Zahnstein und Konkremente. Supragingival sind die Beläge oberhalb des Zahnfleischsaumes, subgingival entsprechend unterhalb.

Entfernung per Hand und Schall
Wie in vielen anderen Bereichen auch ist der Wert „echter Handarbeit” im Rahmen der PZR nicht zu unterschätzen. Denn damit können die Zahnoberflächen effektiv gereinigt werden. Voraussetzungen für einen guten Reinigungseffekt ist jedoch ein gutes taktiles Gefühl und genügend Erfahrung des Fachpersonals. Dann hat die manuelle Reinigung seine absolute Daseinberechtigung, auch wenn der Patientenkomfort nicht ganz optimal ist, da beispielsweise durch das Andrücken und das Verwenden der metallischen Reinigungsinstrumente ein kratzendes Geräusch entsteht. Dieser Komfort ist beim Einsatz von Schallinstrumenten höher. Für einen optimalen Effekt werden deshalb oftmals beides, also Hand- und Schallinstrumente verwendet.

Anfärben für optimale Pflege zu Hause
Als erster Behandlungsschritt im Rahmen einer PZR ist ein sogenanntes Anfärben für Patienten sehr hilfreich. Durch spezielle Kontrastmittel wird erkennbar, wo sich beim Patienten Ablagerungen an den Zähnen befinden. „Dadurch wird den Patienten im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt, wo möglicherweise noch Schwachstellen in der häuslichen Mundpflege bestehen. Das Fachpersonal kann Patienten anschließend entsprechende Lösungsmöglichkeiten für diese Schwachstellen aufzeigen oder mit ihnen gemeinsam erarbeiten”, erläutert Zahnärztin Kristina Varga, Expertin für ästhetische Zahnheilkunde aus Hanau, bei der im Rahmen einer PZR in ihrer Praxis neben der Verwendung von Hand- und Schallinstrumenten für die Beseitigung der Beläge das Anfärben fester Bestandteil ist.

Druckluft auf die Zähne
Weiteres Element einer PZR kann die Verwendung eines Airflow-Gerätes sein. Dabei wird ein Pulver-Wasser-Gemisch mittels Druckluft auf die Zähne gestrahlt. Für Patienten fühlt sich das wie ein leichter Sandsturm im Mund an. Zahnärztin Varga verwendet aktuell das AIR-FLOW Master® von EMS. Es vereint zwei System in einem und eignet sich sowohl für die Ablagerungen oberhalb des Zahnfleischsaums (supragingival) und selbst für tiefste Zahnfleischtaschen (subgingival). Abschließender Bestandteil der PZR ist eine Fluoridierung der Zähne, damit neue Beläge nicht so leicht anhaften können.