Mundhygiene bei jedem fünften Kind unzureichend

Eine aktuelle Studie zeigt Licht und Schatten hinsichtlich der Mundhygiene von Kindern und Jugendlichen. Auch die soziale Stellung spielt dabei eine Rolle.

Bereits seit 2003 lässt das Robert Koch-Institut (RKI) regelmäßig Kinder und Jugendliche zu ihrer Gesundheit befragen. Hinzu kommen Untersuchungen und Labortests, außerdem werden die Eltern interviewt. Mittlerweile (2014–2017) wurde „Welle 2“ der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS genannt) abgeschlossen. Die dabei in 167 Städten und Gemeinden erhobenen Daten werden fortlaufend ausgewertet und veröffentlicht. Abgefragt wurde auch das Mundgesundheitsverhalten, zudem stellen die Analysten einen Bezug zum Sozialstatus her.

Zunächst eine gute Nachricht: Im Vergleich mit der KiGGS-Basiserhebung, deren Daten 2003–2006 erhoben wurden, nehmen mehr Kinder und Jugendliche zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. „Ein Trend, der sehr zu begrüßen ist und der maßgeblich zum kontinuierlichen Rückgang von Karies bei Kindern beigetragen haben dürfte“, kommentiert die Hanauer Zahnärztin Kristina Varga die Entwicklung. „Das Bewusstsein dafür, dass zahnärztliche Vorsorge schon ab den ersten Milchzähnen sinnvoll ist, wächst beständig.“

Zur Kariesprävention gehören jedoch nicht nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen, sondern auch und vor allem eine gute Mundhygiene zu Hause. Und da gibt es laut KiGGS noch Defizite: 22,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen putzen sich nicht häufig genug die Zähne.

Wie sich der Sozialstatus auswirkt
Wie die Daten zeigen, hängt die Zahnputzhäufigkeit auch mit der sozialen Stellung zusammen. In der Tendenz putzen sich Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Haushalten signifikant seltener die Zähne als die aus bessergestellten Familien. Um hier eine wirksame Kariesvorbeugung zu bewerkstelligen, empfehlen die RKI-Autoren eine interdisziplinäre Herangehensweise, zu der neben Zahnärzten auch Kinder- und Jugendärzte sowie gegebenenfalls andere Berufsgruppen beitragen. „Darüber hinaus zeigen zielgruppengerechte Maßnahmen, zum Beispiel für Kinder und Jugendliche der niedrigen Statusgruppe und mit Migrationshintergrund, gute Ergebnisse. Hier spielen Kindertagesstätten und Schulen als Settings eine zentrale Rolle“, hebt die Studie hervor.

Neben Vorsorgeuntersuchungen und heimischer Mundhygiene sollte zur Kariesvermeidung auch auf eine zahnschonende Ernährung geachtet werden. Insbesondere zucker- und säurehaltige Lebensmittel fördern die Kariesentstehung. Überdies wird die Verwendung einer fluoridierten Zahncreme empfohlen, um den Zahnschmelz zu stärken.