Parodontitis – eine komplexe Erkrankung

Parodontitis ist eine komplexe Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Viele Faktoren, genetische wie Umwelteinflüsse, spielen bei der Entstehung eine Rolle. Warum Früherkennung wichtig ist.

Parodontitis-Erkrankungen sind mitunter verblüffend. So haben manche Patienten mit relativ guter Mundhygiene dennoch einen rapiden parodontalen Gewebeverlust. Andere wiederum, welche eine vergleichsweise schlechte Mundhygiene haben, haben hingegen kaum mit parodontalen Taschen zu kämpfen. Diese Beispiele zeigen, dass höchst unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung der Parodontitis mitwirken. Aber die Erkrankung kann jeden treffen: Ganz gleich ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene mittleren Alters oder auch Senioren.

Die grundlegenden Ursachen für die Entstehung einer Parodontitis sind die, die Erkrankung erzeugenden Bakterien, die sogenannten parodontalpathogenen Bakterien. Obwohl manche Menschen mit diesen Bakterien infiziert sind, kommt es bei diesen nicht zur Parodontitis-Erkrankung. Entscheidend ist nämlich wie das Immunsystem auf diesen bakteriellen Angriff reagiert und diese Immunsystemantwort wiederum ist in seiner Art und Stärke von genetischen Faktoren abhängig.

Neben den genetischen Faktoren gibt es dann wiederum Risikofaktoren wie Rauchen oder auch Stress, welche ebenfalls die Parodontitis-Erkrankung beeinflussen können. Dieses Gemisch bestimmt also das individuelle Krankheitsrisiko.

„Früherkennung vorrangiges Ziel“
Beginnende parodontale Erkrankungen sind viel besser zu behandeln und erfordern einen viel geringeren Therapieaufwand als bereits fortgeschrittene. „Die Früherkennung ist daher vorrangiges Ziel bei der Parodontitis-Behandlung“, erklärt Zahnärztin Kristina Varga aus Hanau. Dank der Verbesserung in der Zahnmedizin ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, dass immer mehr Patienten ihre natürlichen Zähne bis ins Alter behalten konnten.

Ergebnisse von in Skandinavien durchgeführten Studien zeigen, dass Zahnerhalte bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter möglich sind, wenn eine frühzeitige präventive Betreuung der Patienten stattfindet (Schätzle et al., 2004). Skandinavische Senioren in dieser Altersgruppe fehlen im Vergleich zur deutschen Bevölkerung nur halb so viele Zähne (König et al., 2010). Eine frühzeitig ansetzende zahnärztliche Betreuung in Kombination mit einer verbesserten Mundhygiene hat in Skandinavien dazu geführt, dass die Krankheitshäufigkeit der Parodontitis abgenommen hat.