Pflege der Zahnimplantate entscheidend für Haltbarkeit

Moderne Zahnimplantate sind sehr beständig und halten im Idealfall ein Leben lang. Doch dafür ist nicht nur eine fachgerechte zahnmedizinische Behandlung notwendig, sondern auch Patienten müssen ihren Anteil leisten.

Moderne Materialien für Zahnimplantate garantieren eine lebenslange Haltbarkeit. Wichtig ist jedoch, dass der Kieferknochen entzündungsfrei bleibt. Nach erfolgter Implantation ist eine entsprechende Pflege und Nachsorge von großer Bedeutung. Mehrere Langzeitstudien zeigen, dass bei korrekter zahnärztlicher Behandlung und entsprechender Pflege die Erfolgsquote nach zehn Jahren über 95 Prozent betragen kann. Erkrankungen wie Diabetes oder Risikofaktoren wie Rauchen beeinflussen die Langlebigkeit des Implantates negativ. „Der sensibelste Bereich bei Implantaten ist die Stelle zwischen dem Zahnersatz und dem Zahnfleisch“, sagt Zahnärztin Kristina Dzeko Varga, Spezialistin für Implantate in Hanau. Denn hier können sich Bakterien und Speisereste besonders gut ansiedeln. Eine mangelnde Zahnhygiene kann deshalb zu Schleimhautentzündungen (Mukositis) und in der Folge sogar Implantatbettentzündungen (Periimplantitis) führen. Die Periimplantitis führt zu Knochenabbau. Ein entsprechender Halt des Implantates im Kieferknochen ist dann nicht mehr gewährleistet. Mittels moderner Methoden zum Knochenaufbau wie beispielsweise Knochenblock-Transplantation, Sinuslift oder dem Einsatz von Knochenersatzmaterial kann zwar der Kieferknochen wieder so aufgebaut werden, dass genügend Masse zum Implantathalt zur Verfügung steht, aber so weit sollten es Patienten nicht kommen lassen. Hinzu kommt ein ästhetischer Aspekt. Denn bei sich abbauenden Kieferknochen bildet sich auch das Zahnfleisch zurück. Der Metallanteil der Implantatschraube kommt also zum Vorschein.

Hilfsmittel nicht vergessen

Für eine gründliche Zahnpflege reicht eine Handzahnbürste beziehungsweise besser noch eine elektrische Zahnbürste bei weitem nicht aus. Das gilt für alle Patienten, für Implantatträger aber besonders. Gerade für die anfälligen Zahnzwischenräume sollte auf jeden Fall zur Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten gegriffen werden. Die Vorteile der Zahnzwischenraumbürsten liegen in der deutlich besseren Handhabung. Sie sind daher für motorisch eingeschränkte Personen wie Ältere oder auch Kinder besser geeignet als Zahnseide. Zudem sollten alle Patienten, auch wenn keine Beschwerden vorliegen, die halbjährlichen Kontrollen beim Zahnarzt nicht missen lassen. Besonders ratsam für Patienten mit Implantaten sind professionelle Zahnreinigungen (PZR). Dann dabei werden besonders hartnäckige Zahnbeläge, auch rund um das Implantat, beseitigt, so dass diese keine weiteren Schäden anrichten können.