Stillen ist gut für die Zähne – bis zum 2. Geburtstag

Australische Forscher haben untersucht, ob sich zwischen der Zahngesundheit von Kindern und dem Stillverhalten ihrer Mütter Zusammenhänge zeigen. Sie wurden fündig.

Als „die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten“ preist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Stillen. Säuglinge mit Muttermilch zu verköstigen wirkt sich nicht nur auf die Kinder gesundheitlich positiv aus, sondern auch auf die Mütter. Das wurde in einer Vielzahl von Studien belegt. Das kindliche Immunsystem profitiert, Entzündungen werden gehemmt, das langfristige Übergewichtsrisiko sinkt. Auch das Krebs- und das Diabetes-Typ-2-Risiko von Müttern, die gestillt haben, liegt auf lange Sicht signifikant unter dem von Müttern, die aufs Stillen verzichten (müssen). Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

Von Vorteil ist das Stillen auch für Zahngesundheit. Das können Forscher der australischen Adelaide University nun erneut betätigen, wie sie im „Journal of Dental Research“ berichten. Sie nahmen sich Daten der National Child Health Study vor, die zwischen 2012 und 2014 unter anderem den Zahnstatus von 4.500 Fünf- und Sechsjährigen erhoben hatte. Außerdem hatten die Eltern in Fragebögen über ihr Stillverhalten Auskunft gegeben.

Stillzeit von einem bis 24 Monaten ideal

Die Wissenschaftler setzten die diagnostizierte Karies in Bezug zur Stillzeit, sofern das jeweilige Kind gestillt worden war. Wie die Auswertung zeigte, haben Kinder, die gar nicht oder kürzer als einen Monat lang gestillt werden, ein deutlich erhöhtes Kariesrisiko. Das Gleiche gilt für Kinder, die über ihren zweiten Geburtstag hinaus gestillt werden. Folglich ist eine Stillzeit zwischen einem Monat und zwei Jahren für die Zahngesundheitsprävention ideal.

Daneben bezogen die Forscher auch die Aufnahme von Fluorid mit ein. Diese erwies sich als kariesrisikosenkend, wenn sie ab dem siebten Monat über das Trinkwasser erfolgte.

Neben dem Stillen und der Prävention mit Fluorid sind auch frühe Vorsorgeuntersuchungen wichtig, um die Zahngesundheit von Kindern zu erhalten und zu stärken. „Sobald die ersten Milchzähne sich zeigen, sollte nicht nur mit dem Zähneputzen begonnen werden. Auch die zahnärztliche Vorsorge sollte zu diesem Zeitpunkt einsetzen, damit sich Schädigungen und Fehlentwicklungen schon erkennen lassen, bevor sie gravierend werden“, erklärt die in Hanau praktizierende Zahnärztin Kristina Varga. „Entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben ist es nicht unerheblich, wie gesund die Milchzähne sind. Neben den direkten Unannehmlichkeiten und Schmerzen für die Kinder wirken sich Schädigungen der Milchzähne nämlich auch nachteilig auf die Gesundheit der folgenden bleibenden Zähne aus.“