Vorsicht vor der Keto-Diät!

In den sozialen Netzwerken wird seit einiger Zeit eine Ernährungsweise angepriesen, die weitgehend auf Kohlenhydrate verzichtet. Gut für die Zähne? Ja, aber …

Fast kein Jahr vergeht, ohne dass ein neuer, brandheißer und garantiert alleinseligmachender Ernährungstrend ausgerufen wird. Der Tipp der Stunde heißt ketogene Diät, kurz Keto-Diät, manchmal auch No-Carb-Diät genannt. Wie die meisten Diättrends stammt auch dieser aus den USA, wo die Prominenz aus Sport und Entertainment derzeit nicht müde wird, in den sozialen Netzwerken ihre Erfolge mit der Keto-Diät zu verbreiten.

Das ketogene Prinzip lautet: Auf Kohlenhydrate, also Zucker, wird weitgehend verzichtet – nicht mehr als vier Prozent der täglichen Kalorienaufnahme sollen mit Nudeln, Backwaren, Reis oder Kartoffeln gedeckt werden. Üblicherweise ist es rund die Hälfte. Hauptsächlich wird der Energiebedarf stattdessen mit Fett gedeckt, vor allem mit Fleisch, fettem Fisch und Eiern.

Ernährungswissenschaftler raten einhellig von einer solchen Ernährungsweise ab und warnen vor Folgewirkungen wie Verstopfung, Konzentrationsproblemen (vor allem das Gehirn braucht Zucker), Müdigkeit und langfristig auch Nierenschäden und einem hohen Cholesterinspiegel. Außerdem komme es aufgrund des permanenten „Hungerstoffwechsels“ zu Mundgeruch, weil der Körper übersäuert.

Die Zahngesundheit kann profitieren
Für die Zahngesundheit hingegen scheint diese Ernährungsweise Vorteile zu bieten. Immerhin ist Zucker ein wesentlicher Risikofaktor für Karies. Doch nicht in jedem Fall zahlt sich die Keto-Diät für Zähne und Zahnfleisch aus. Denn offensichtlich veranlasst die geringe Zuckeraufnahme viele Keto-Diät-Anhänger dazu, ihre Mundhygiene einzuschränken nach dem Motto: Wenn ich keine Schadstoffe in meinen Mund bringe, brauche ich auch nicht so viel zu putzen.

Hier können Zahnärzte indes nicht zustimmen: „Zucker ist zwar sehr schädlich für die Zähne, doch auch andere Nahrungsmittel können ihnen schaden. Die regelmäßige gründliche Reinigung wird daher nicht obsolet, wenn man den Zuckerkonsum stark einschränkt“, erläutert die Hanauer Zahnärztin Kristina Varga.

Und das ist nicht der einzige kritische Punkt: Da die meisten Keto-Diät-Fans auf Obst wegen des enthaltenen Fruchtzuckers vollständig und auf Gemüse weitgehend verzichten, erhält der Körper dauerhaft zu wenig Vitamine und Mineralien. Die sind aber auch für die Gesundheit und Robustheit der Zähne von großer Bedeutung. Fazit: Die Zähne können von der Keto-Diät profitieren, wenn die Mikronährstoffversorgung und eine gründliche Mundhygiene sichergestellt sind. Empfehlenswert wird sie dadurch insgesamt dennoch nicht.