Was bei Implantaten für Diabetiker wichtig ist

Implantate überzeugen durch natürliche Ästhetik, festen, dauerhaften Halt und vor allem durch die Wiederherstellung der natürlichen Kaufunktionalitäten. Doch Diabetiker sollten bei der Implantatversorgung einiges beachten.

Bei einer Implantatversorgung wird zunächst eine künstliche Zahnwurzel, das Implantat, in den Kiefer eingesetzt. Dieses Implantat verwächst anschließend mit dem Knochen. Nach einer gewissen Einheilzeit wird auf das Implantat die künstliche Zahnkrone, eine Brücke oder gar eine komplette Zahnreihe befestigt. Bei kompletten Zahnreihen sind natürlich mehr als nur ein Implantat nötig. Bei Zahnersatz in Form von Implantaten ist es sehr vorteilhaft, dass angrenzende, gesunde Nachbarzähne nicht angeschliffen werden müssen und somit keine wertvolle natürliche Zahnsubstanz verloren geht. Wichtige Voraussetzung für Implantate ist ein entzündungsfreier Mundraum. Denn andernfalls besteht das Risiko, dass die künstliche Zahnwurzel nicht einheilt. Gerade eine bestehende oder auch noch nicht entdeckte Parodontitis ist ein Risikofaktor. Diabetiker sind besonders parodontitisgefährdet.

Zuckerschwankungen stören Wundheilung

„Da starke Zuckerschwankungen die Wundheilung stören, sollte bei Diabetikern, bei denen eine Implantatversorgung vorgesehen ist, immer ein Blick ins Blutzucker-Tagebuch geworfen werden“, sagt Kristina Dzeko Varga, Zahnärztin in Hanau. Auch Diabetes-Folgeschäden wie Schäden an den Nieren oder der Netzhaut sollten bei der Überlegung für oder gegen eine Implantat mit einbezogen werden. Denn diese Schäden können ein Hinweis darauf sein, dass auch die Durchblutung im Kiefer gestört ist. In einem solchen Fall ist eine Implantatversorgung nicht unbedingt anzuraten.

Sorgfältigkeit der Mundhygiene wichtiger denn je

Nur wer ein Implantat hat und damit künstlichen Zahnersatz sollte nicht meinen, dass die tägliche Mundhygiene nun weniger sorgfältig ausfallen kann. Im Gegenteil. Gerade der Bereich, wo die Krone aufgebracht ist, benötigt gründliche Reinigung, insbesondere in den Zahnzwischenräumen. Andernfalls kann es zu einer Periimplantitis kommen. Das ist analog zur Parodontitis eine bakteriell ausgelöste Erkrankung des Implantatbetts. In der Folge kann es zu Knochenabbau kommen und somit das Implantat seinen Halt verlieren.