Wie E-Zigaretten orale Infektionen begünstigen

Sogenannte Dampfer tun ihrer Mundgesundheit (und nicht nur der) keinen Gefallen, wie eine US-Studie kürzlich erneut belegte.

Dass E-Zigaretten keineswegs die gesundheitsschonende Alternative zum „echten“ Rauchen darstellen, als die sie noch immer vermarktet und von vielen Konsumenten auch wahrgenommen werden, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Schon vor vier Jahren warnten beispielsweise kalifornische Forscher vor der zerstörenden Wirkung des Dampfes auf die oberste Hautzellenschicht im Mund. Kollegen im US-Bundesstaat New York stellten im selben Jahr, 2016 also, in einer Studie fest, dass orale Schleimhautzellen vom Dampfen Schaden nehmen und Krankheiten dadurch nicht mehr so effektiv abwehren können.

Erneut sind es nun New Yorker Forscher, die einen weiteren Beleg für die gesundheitsschädigende Wirkung von E-Zigaretten im Mundraum vorlegen. Ein Team des New York University College of Dentistry veröffentlichte im Fachjournal „Cell Press“ eine Studie, für die 119 Teilnehmer direkt im Mund untersucht sowie Speichelproben von ihnen analysiert wurden. Bei den Probanden handelte es sich zu circa je einem Drittel um Raucher, Dampfer und Nichtraucher.

Kein signifikanter Unterschied zwischen Rauchern und Dampfern
Der für Dampfer alarmierende Befund lautet: Das mikrobielle Gleichgewicht im Mund („orales Mikrobiom“) ist bei Dampfern ähnlich aus den Fugen wie bei klassischen Rauchern. Lediglich bei Nichtrauchern weist es prinzipiell keine Auffälligkeiten auf. Das ist deshalb bedeutsam, weil das orale Mikrobiom wesentlichen Anteil an der Bekämpfung entzündlicher Erkrankungen und von Infektionen hat.

Im Mundraum von E-Zigaretten-Konsumenten finden sich beispielsweise die schädlichen Bakterien Porphyromonas und Veillonella in erhöhter Konzentration. Auch verschiedene Zytokine, die ebenfalls mit erhöhtem Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht werden, bevölkern das orale Mikrobiom von Dampfern zuhauf.

Fachleute wie die in Hanau praktizierende Zahnärztin Kristina Varga raten daher vom Konsum des aromatisierten Dampfes ab: „Auch wenn das Dampfen gegenüber dem herkömmlichen Rauchen etwas weniger schädlich sein mag: Die gesundheitlichen Risiken sind enorm, das belegen schon die vergleichsweise wenigen vorliegenden Forschungsarbeiten zum Thema eindeutig.“