Wie Zahnprothesen und Lebenserwartung zusammenhängen

Bereits länger ist bekannt, dass es eine Korrelation zwischen fehlenden Zähnen und Sterblichkeit gibt. Eine neue Studie zeigt nun, dass es das Leben verlängern kann, eine Zahnprothese zu tragen.

Zahnlosigkeit im Alter und ihre Folgen wurden in den vergangenen Jahren weidlich erforscht. Mehrfach konnte dabei ein grundlegender Zusammenhang belegt werden: Je weniger natürliche Zähne einem Menschen – beispielsweise im Alter von 70 Jahren – verbleiben, desto geringer ist seine statistische Lebenserwartung.

Konkreter hat nun eine US-chinesische Studie diese Korrelation untersucht. Daten von mehr als 36.000 über 65-jährigen Chinesen aus verschiedenen Landesteilen dienten dabei als Grundlage. Sie erstreckten sich über einen Beobachtungszeitraum von durchschnittlich vier Jahren, umfassten bei manchen Probanden aber auch 16 Jahre. Die Ergebnisse ihrer Auswertung veröffentlichten die Forscher im Fachjournal „BMC Oral Health“.

Das Sterblichkeitsrisiko wird gemeinhin in der „Hazard Ratio“ zum Ausdruck gebracht. Bei altersgemäß gesunden Personen beträgt der Wert genau 1. Wie die Wissenschaftler nun zeigen konnten, steigt er auf 1,14 (mithin um 14 Prozent), wenn jemand nur noch 10 bis 19 verbleibende Zähne hat. Bei noch weniger Restzähnen beläuft sich die Hazard Ratio auf 1,23 und bei kompletter Zahnlosigkeit auf 1,35 – durchaus signifikante Risikoerhöhungen also.

Vor allem Männer profitieren von Zahnprothesen
Wenngleich nicht so konkret quantifiziert, waren diese Zusammenhänge bereits bekannt. Neu ist aber eine weitere Erkenntnis der Studie: Die Hazard Ratio sinkt auch bei vielen fehlenden Zähnen, wenn eine Zahnprothese genutzt wird. Dieser Effekt ließ sich primär bei Männern und bei den jüngeren Studienteilnehmern erkennen.

Er unterfüttert eine Hypothese, die als Erklärung für den Zusammenhang zwischen Zahnverlust und Sterberisiko vorgebracht wird: dass nämlich vor allem die erschwerte Nährstoffaufnahme bei fehlenden Zähnen der Gesundheit zusetzt und letztlich das Leben verkürzt.

„Eine gut sitzende Zahnprothese macht nicht nur den Alltag komfortabler und schöner, sondern unterstützt auch die Allgemeingesundheit, indem sie den Verzehr vielfältigster Lebensmittel ermöglicht – darunter insbesondere frisches Obst und Gemüse“, betont die in Hanau praktizierende Zahnärztin Kristina Varga, die regelmäßig zahnlosen Patienten zu neuer Kaukraft und lückenlosem Lächeln verhilft. „Und dank moderner prothetischer Technologien bleiben auch ästhetisch kaum Wünsche offen.“