Zähne putzen – das sind die Irrtümer

„Kräftig schrubben“ oder „am besten direkt nach dem Essen“ – bezüglich der richtigen Zahnpflege kursieren eine Reihe mitunter nicht ratsamer Empfehlungen. Worauf zu achten ist.

Das morgendliche Zähneputzen vorm Verlassen des Hauses ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Abends hingegen, wenn man bereits sehr müde ist, wird darauf oftmals verzichtet. „Dann putze ich stattdessen morgen früh besonders intensiv“ – so oftmals die Devise.

Wer „mal“ abends nicht die Zähne putzt, bekommt deshalb nicht gleich Karies, aber ein regelmäßiges Weglassen des abendlichen Putzens kann negative Folgen haben. Denn je länger Ablagerungen an den Zähnen haften, desto negativer sind die Auswirkungen. Ungünstig wirkt sich zudem aus, dass der Speichelfluss nachts vermindert ist und somit Bakterien leichteres Spiel haben.  Der Speichelfluss hat gleich mehrere Funktionen. Er ist für die Regulation des ph-Wertes, die Hemmung von Bakterien durch spezielle Enzyme und Remineralisierung des Zahnschmelzes zuständig.

Ein zu kräftiges Aufdrücken der Zahnbürste und Schrubben ist ebenfalls nicht ratsam. Denn dadurch besteht die Gefahr, dass das Zahnfleisch schwindet und mitunter sogar Zahnschmelz abgetragen wird. Dies gilt besonders nach dem Verzehr von säure- und zuckerhaltigen Lebensmitteln, weil diese den Zahnschmelz angreifen. Ein unmittelbares Putzen nach dem Verzehr kann somit Zahnsubstanz schädigen. Besser ist es daher, zwei Stunden mit dem Zähneputzen zu warten, damit der Speichel die Neutralisation vorgenommen und die Zähne wieder mit einer Schutzschicht überzogen hat.

Elektrische Zahnbürsten sind besser
Es kommt bei einer optimalen Zahnpflege nicht nur aufs Wann und Wie an, sondern auch aufs Womit. Denn elektrische Zahnbürsten reinigen besser als die herkömmliche Handbürste. Letztere haben zwar auch einen guten Putzeffekt, allerdings nur, wenn die Technik stimmt. Elektrische Zahnbürsten verzeihen auch kleine Anwendungsfehler und haben die richtige Bewegung gleich mit integriert. Zudem neigen Handzahnbürstenbenutzer dazu, zu kurz zu putzen. Zwei Minuten sollten es mindestens sein. Die elektrischen Zahnbürsten nehmen auch diese Aufgabe ab und machen sich bemerkbar, wenn die notwendige Putzzeit erreicht ist.

„Doch die beste Zahnbürste nutzt nichts, wenn die sensiblen Zahnzwischenräume nicht bedacht werden“, warnt die im hessischen Hanau ansässige Zahnärztin Kristina Varga. Denn für diese ist die Verwendung von Zahnseide, Interdentalbürstchen oder ähnlichen Hilfsmittel unabdingbar. Patienten sollten zudem darauf achten, dass sie eine Zahncreme mit Fluorid verwenden. Denn Fluorid lagert sich im Zahnschmelz ein und härtet ihn. Zudem verhindert das Spurenelement das Anhaften von Bakterien auf den Zähnen.