Zahnpflege von Kindern ernst nehmen

Mit dem Wissen, dass die Milchzähne sowieso irgendwann ausfallen, nehmen viele Eltern die Zahnpflege von Kindern nicht ernst genug. Dabei hat Kinderkaries lebenslange Folgen.

Schäden an Milchzähnen haben häufig auch Konsequenzen für die nachwachsenden Zähne. Deshalb muss die richtige Zahnpflege schon im Säuglingsalter mit den ersten Zähnchen beginnen. Laut Statistiken bleiben immer noch rund 50 Prozent von Milchzahnkaries bei sechs- bis siebenjährigen Kindern unbehandelt. Kariesbakterien sind übertragbar. Während Eltern ihre Kinder füttern, nehmen viele die Löffel auch gern mal selbst in den Mund oder lecken ihn sauber. Haben jedoch Eltern Karies, kann dies so auf die Zähne der Kinder übertragen werden. Kommen diese Kariesbakterien mit Zucker aus der Nahrung in Kontakt verursachen sie Zahnfäule. Diese einmal entstandene Bakterienflora kann sich später auch an den bleibenden Zähnen festsetzen. Schon während des Durchbruchs besteht Ansteckungsgefahr.

Zahngesunde Ernährung

Auch für Kinder ist natürlich eine zahngesunde Ernährung eine gute Möglichkeit, um das Kariesrisiko zu senken. Dabei muss keineswegs auf die bei Kindern beliebten Süßigkeiten verzichtet werden. Es ist jedoch ratsam, nicht den ganzen Tag über zu naschen, sondern das Essen von Süßigkeiten auf direkt nach dem Essen zu beschränken. Am besten erfolgt danach das Zähneputzen. Alternativ sind auch zuckerfreie Süßigkeiten möglich. Solche und besonders zahnfreundliche Süßigkeiten sind mit dem „Zahnmännchen mit Schirm“ gekennzeichnet. Auch Fruchtzucker kann Zähne angreifen. Klebriges Obst wie beispielsweise Bananen sollten daher am besten nach der Hauptmahlzeit und vor dem Zähneputzen gegessen werden. Sehr ungünstig ist die Kombination aus Säure und Zucker wie sie in Limonaden und Säften oft vorkommt. Bestenfalls liegt zwischen der Aufnahme von Furchtsäure und dem Zähneputzen eine halbe Stunde. Denn die Zahnbürste schädigt die durch Säure erweichten Zahnoberflächen sonst durch den mechanischen Abrieb.

Spezielle Kinderzahnpasta

Bereits beim Erkennen der ersten Zahnstümmelchen sollte die Zahnpflege einsetzen. Der Fluoridgehalt von spezieller Kinderzahnpasta liegt bei 500 ppm. Das verbessert die Reinigung und erhöht den Schutz. Die Zahnpasta ist jedoch nicht zum Essen, sondern zum Putzen da. Eltern sollten darauf achten, dass das Kind die Zahnpasta nicht überwiegend verschluckt, sondern diese im Zuge des Zähneputzens auf den Zähnen landet. Dafür reicht eine linsengroße Menge. Wird die Zahncreme tief in die Borsten gedrückt, besteht nicht die Gefahr, dass die Zahnpasta sofort verschluckt oder weggelutscht wird. Kommt das Kind in die Schule, ist es auch Zeit für eine Zahnpasta, die mehr Fluorid enthält. Eltern sollten ihre Kinder beim Putzen nicht allein lassen. Denn es empfiehlt sich bis zum siebten Lebensjahr die Milchzähne und die durchbrechenden bleibenden Zähne nachzuputzen. Bis zu einem gewissen Alter sind Kinder aus motorischen Gründen heraus noch nicht in der Lage, alle Zähne ausreichend sauber zu putzen. Das zweimal tägliche Zähneputzen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Besonders wichtig ist es jedoch vor dem Schlafengehen. Danach sollten Kinder nichts mehr zu sich nehmen, auch keine Getränke.