Neue Generation von Kompositfüllungen in den Startlöchern

Schwedische Wissenschaftler haben ein Füllungsmaterial entwickelt, das gegenüber heutigen Kompositen um bis zu 160 Prozent besser haften soll. Hinzu kommen weitere Stärken.

Komposite haben Amalgam in der Zahnfüllungstherapie weitgehend abgelöst. Die derzeit eingesetzten Materialien überzeugen mit langer Haltbarkeit und hoher Körperverträglichkeit. Hinzu kommt der ästhetische Vorteil: Da die Farbe der Kunststofffüllungen frei disponiert werden kann, fügen sich diese in der Regel nahezu unsichtbar in den Zahnschmelz ein.

„Auch wenn Kompositfüllungen von den gesetzlichen Krankenkassen nur im Frontzahnbereich voll erstattet werden, entscheiden sich die meisten Patienten für diese Option – nicht nur wegen der besseren Optik, auch weil die Alternative Amalgam wegen des enthaltenen Quecksilbers hoch umstritten ist“, berichtet die in Hanau praktizierende Zahnärztin Kristina Varga.

Die auf Acrylat basierenden Füllungsmaterialien, die heute in Zahnarztpraxen gängig und bewährt sind, könnten nun jedoch vor ihrer Ablösung stehen. Denn: Das Bessere ist der Feind des Guten. Und schwedische Forscher sind der Überzeugung, dieses bessere Kompositfüllungsmaterial gefunden zu haben.

Höhere innere Vernetzung des Materials
Die Wissenschaftler des Stockholmer KTH Royal Institute of Technology konnten die Vernetzungsdichte ihrer Eigenentwicklung deutlich gegenüber herkömmlichen Kompositen steigern. Das genaue Vorgehen klingt kompliziert und ist es auch, denn es geht um die lichtgesteuerte Polymerisation von Triazin-Trion-Monomeren.

Entscheidend für Patienten und Zahnärzte sind die Eigenschaften, die das neue Füllungsmaterial laut einem Aufsatz im Fachjournal „Advanced Materials“ mitbringt. Die Adhäsion, also das Anhaften am Zahnschmelz, soll um 160 Prozent stärker ausfallen. Damit könnten herausgefallene Füllungen, bei heutigen Kompositen schon selten, zukünftig praktisch der Vergangenheit angehören. Außerdem soll das Material wesentlich fester sein. Und last, not least attestieren die Schweden ihrer Eigenentwicklung auch eine signifikant bessere Körperverträglichkeit.

Die Evolution der Füllungsmaterialien ist also noch nicht abgeschlossen. Wann die neuen Materialien in die Zahnarztpraxen und Zähne Einzug halten, lässt sich derzeit allerdings nicht absehen.